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1750-1760 Lehrjahre

Am 26. November 1760 heiratete Haydn vermutlich aus Dankbarkeit und aufgrund der mehrjährigen Vertrautheit mit der Familie die älteste
Tochter des Wiener Perückenmachers Keller, Maria Anna Aloysia (1729-1800). Haydn dürfte in die jüngste Tochter Therese verliebt
gewesen sein; diese ging jedoch ins Kloster. Die Trauung mit Maria Anna fand im Wiener Stephansdom statt. Die Ehe Haydns war
unglücklich: "Mein Weib war unfähig zum Kindergebären, und daher war ich auch gegen die Reize anderer Frauenzimmer weniger
gleichgültig", lautet einer der wenigen Kommentare Haydns über sein Eheleben. Über Frau Haydn wissen die Biographen Griesinger und
Dies nichts Gutes zu berichten:
sie soll ungebildet, ohne Verständnis für ihren genialen Mann und verschwenderisch gewesen sein.
1760: Luigi Cherubini (ital. Komponist) geboren
1761: Wolfgang Amadeus Mozarts erste Kompositionsversuche
Für Baron Karl Joseph von Fürnberg schrieb Haydn seine ersten Streichquartette, die sehr schnell populär wurden. Es waren die ersten
Werke, die im Ausland - in Paris 1764 - gedruckt wurden, allerdings ohne Wissen des Komponisten. Die Aufenthalte Haydns in Weinzierl, wo
Baron Fürnberg ein Schloß besaß, und die frühen Streichquartette stellen den Auftakt zu seiner Anstellung als Musikdirektor beim Grafen
Morzin dar. Um 1758/59 wurde Haydn von Karl Joseph Franz Graf Morzin (1717-1783?) für jährlich 200 Gulden sowie Kost und Quartier als
Kapellmeister angestellt. Unter den Kompositionen, die für Morzin geschrieben wurden, war neben Haydns erster Symphonie eine Anzahl
Divertimenti für Bläser, meist für zwei Oboen, Hörner und Fagotte.
1759: Georg Friedrich Händel in England gestorben
Joseph Haydn war nach seinem Hinauswurf aus dem Kapellhaus ohne Unterkunft und Einkommen. Seine Eltern versuchten ihn erneut zu
überreden, in den geistlichen Stand einzutreten, jedoch ohne Erfolg. 1751 fand er ein armseliges Dachstübchen ohne Ofen im sogenannten
Michaelerhaus, das noch heute neben der St. Michaelskirche gegenüber der Hofburg steht. In den folgenden Jahren lebte Haydn vor allem
vom Stundengeben und Korrepetieren. Für jährlich 60 Gulden wurde er Vorspieler bei den Barmherzigen Brüdern in der Leopoldstadt, wo er
jeden Sonn- und Feiertag um acht Uhr morgens die Messe spielte. Um zehn Uhr spielte er in der gräflich Haugwitz'schen Kapelle, und um 11
Uhr sang er in der Stephanskirche für 17 Kreuzer eine Messe.
1749: Joseph Haydn: "Missa brevis" (Hob.XXII:1)
1750: Johann Sebastian Bach (deutscher Komponist) gestorben
1753: Joseph Haydn: Musik zum Schauspiel "Der krumme Teufel"
Im Michaelerhaus in Wien wohnten zwei Persönlichkeiten, die maßgeblich an Haydns künstlerischem Werdegang beteiligt waren: der
Hofdichter Pietro Metastasio (1698-1782), bei dem Haydn die italienische Sprache lernte, und der Opernkomponist und Gesangslehrer
Nicola Antonio Porpora (1686-1768). Haydn durfte Porporas Gesangsschüler am Klavier begleiten und war zeitweilig auch sein
Kammerdiener. Er bekannte gegenüber seinem Biographen Griesinger, daß er "bey Porpora im Gesange, in der Komposition und in der
italienischen Sprache sehr viel profitirte". Im ersten Stock des Michaelerhauses lebte damals die verwitwete Fürstin Maria Octavia Esterházy
(1683-1762), die Mutter der Fürsten Paul Anton und Nikolaus, deren Kapellmeister Joseph Haydn später sein sollte.
1754: Haydns Mutter gestorben
1756: Wolfgang Amadeus Mozart (österr. Komponist) geboren
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